Der April (von lateinisch «Aprilis») ist der vierte Monat des Jahres im gregorianischen Kalender. Er hat 30 Tage und beginnt mit demselben Wochentag wie der Juli und in Schaltjahren auch wie der Januar.

Im römischen Kalender war der Monat «Aprilis» ursprünglich der zweite Monat, weil mit dem Ende des Winters im März das neue landwirtschaftliche (aber auch militärische) Jahr begann.

Doch woher hat er seinen sprichwörtlichen «wankelmütigen» Charakter? Ganz einfach: vom Wetter.

Das berühmte Aprilwetter

Das Repertoire an Wettererscheinungen im April ist breit gefächert. Je nach herrschender Großwetterlage ist nahezu die gesamte Palette an jahreszeittypischen Wetterphänomenen möglich. Alles ist denkbar: Vom Schneefall an einem 2. April bis zu 30 Grad einige Tage später, und alles wird noch gesteigert von den unberechenbaren Föngebieten der Alpen.  

Als Aprilwetter wird umgangssprachlich „launisches“, wechselhaftes Wetter mit rascher Abfolge von Sonnenschein, Bewölkung und Regen (mitunter Schnee und Hagel) bezeichnet. Dieses meteorologische Phänomen ist auch Gegenstand einiger Bauernregeln, die oft gar nicht so weit hergeholt sind.

Auf den Spuren eines wankelmütigen Charakters

Doch sehr schnell im Laufe der Geschichte wurden diese Wetterkapriolen sprichwörtlich, und so liest man schon vor 300 Jahren:

«herrengunst und aprillenwetter sind veränderlich».

Diesen Satz zitieren schon die Gebrüder Grimm in ihrem Deutschen Wörterbuch aus einer barocken Quelle.

Doch ist das «Deutsche Wörterbuch» selbst ähnlich seltsam wie der Monat April. Denn es ist selbst ein Kuriosum: Kaum ein «Buch» wurde länger bearbeitet als dieses Mammutwerk, welches das größte und umfassendste Wörterbuch der deutschen Sprache ist.

Es beschreibt den Wortschatz des Neuhochdeutschen von der Mitte des 15. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Begonnen 1838 durch die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm, wurde es erst nach 123 Jahren beendet. Es beinhaltet fast 330.000 einzelne Worte samt deren Fundstellen. Also auch etwas über den April? Kaum.

Denn auch dort findet man wenig über den wechselhafte Monat April. Man kommt aus dem Rätseln kaum heraus. Denn der gerne benutzte Verweis auf das Lateinische Wort «Aprilis» sagt uns Heutigen eigentlich gar nichts, nur dass es das Wort schon vor über 2000 Jahren gab. Aber was sagt uns der Name des April über seine Herkunft?

Nichts als Schalk: Selbst der Name ist ein Rätsel

Es gibt zwei Deutungen, die italienischen Sprachwissenschaftlern aufgefallen sind:

Die erste Deutung bezieht sich auf den Kern des lateinischen Wortes «apricus», was so viel bedeutet wie «der Sonne geöffnet», „sonnig“, als Ursprung des Wortes. Im heutigen Italienisch bedeutet «aprire» immer noch «öffnen». Und tatsächlich ist der April der erste Monat, der sich intensiv «der Sonne öffnet».

Daneben gibt es noch eine andere Deutung, auf die man stösst, wenn man sich mit einzelnen Ortsnamen beschäftigt. Zum Beispiel das ehemals gallisch-römische Dorf «Apricale» im italienischen Ligurien, wo man einen recht guten Wein mit dem Namenszusatz «Apricale» herstellt.

Der Herkunftsort ist so bekannt, dass man ihn – fast selbst ein Aprilscherz – in der Toskana kopiert hat und ihn als nicht ganz billige Marke für einen «Brunello di Montalcino» verwendet. Auf hier ist wieder der Schalk am Werk, denn sorten-technisch ist dieser Wein ein Sangiovese und als solcher auch im DOCG-Regularium zugelassen.

Der Bezug zu den Galliern: Das andere Gesicht des April?

In der Provinz Ligurien, also im Dorf «Apricale» sind manche aber der Meinung, dass der Name davon herkommt, dass die Gegend von Apricale, nahe der französischen Grenze, – auf Latein formuliert – «apri callis» sei, das heisst «ein Weg für Wildschweine» sei.

Das mag weit hergeholt scheinen, trifft aber sowohl die gallische Vorliebe für Wildschweine auf dem Speisezettel als auch die Tatsache, dass es dort tatsächlich ein hohes Aufkommen der Tiere gibt. Oder war das selbst ein Aprilscherz, und «Asterix lässt grüssen» und die sprichwörtliche Vorliebe der Gallier für die schmatzenden Wühltiere?

Vorsichtshalber bleiben wir hier bei der bodenständigen «Sonnendeutung»:

Der April öffnet sich – obwohl recht launisch – als erster Monat der immer stärker werdenden Sonne. Doch es gibt keine gesicherte Herleitung des Namens.

Bleiben uns noch die «ganz alten Deutschen», als Ergänzung quasi: Der alte deutsche Name für den April, der durch Karl den Großen im 8. Jahrhundert eingeführt wurde, ist Ostermonat (althochdeutsch: ōstarmānōth), später auch Ostermond genannt, weil Ostern meist im April liegt. Dies ist nun kein Scherz, sondern schlicht Geschichte, die man gut kennt.

Und doch: In Italien spricht man für die Narrheiten des 1. April von einem «April-Fisch» (ital.: «pesce d’aprile»), dem «Aprilscherztag». Und man habe ihn, so die Historiker, erst im 13. Jahrhundert eingeführt. Auch das scheint – «scusate!» – ein unfreiwilliger Scherz, denn schon im 4. Jahrhundert haben spätantike Künstler so etwas wie «April-Narren» gemalt.

April, April! Es gibt also kein Fazit. Im April ist alles «nichts als Narretei» und Wankelmut.

“Poggio Apricale” – vorgeblich ein Brunello di Montalcino aus dem ligurischen Dorf Apricale. Aber “April, April” – der gute Wein stammt aus der Toscana. Bild: Martin Natterer

Ergebnis eines typischen Aprilwetters: Vor lauter Kälte und Graupel schliessen sich die Frühlingsblüten fast blitzartig. Bild: Ludwig Sebastian Micheler (auf Wikipedia Commons).

Überdachte Steinarkade im Bergdorf Apricale in Ligurien. Bild: Berthold Werner (Wikipedia Commons)

Der närrische Monat: Der Monat April im Chronographen von 354 des spätantiken Kalligraphen Filocalus. Die Kopien sind Federzeichnungen des 17. Jahrhunderts in einem Manuskript der Barberini-Sammlung, heute in der Vatikanischen Bibliothek (cod. Barberini lat. 2154). Bild: Wikipedia Commons.

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