Kurz nach 12:35 Uhr am 10. Dezember 2025 war es klar: Für das kommende Jahr 2026 ist Bundesrat Guy Parmelin als Bundespräsident der Schweizer Eidgenossenschaft gewählt. Parmelin erzielte ein exzellentes Ergebnis. Es sei sogar das «beste Resultat dieses Jahrtausends», so die Agentur SDA. Für den SVP-Politiker aus der Waadt ist es das zweite Präsidialjahr nach 2021.
Von 228 abgegebenen Stimmen gingen am Mittwoch, 10. Dezember, 203 an Parmelin. 5 waren ungültig, 13 leer. 7 Parlamentsmitglieder stimmten für eine andere Person als Parmelin. Damit übertraf der 66-Jährige sein Resultat von 2021.
Guy Parmelin, geb.1959 in Bursins (VD), wurde 2003 erstmals in den Nationalrat gewählt. 2015 – «vor zehn Jahren und einem Tag», wie er in seiner Antrittsrede selbst betonte – wurde er in den Bundesrat gewählt. Seit dem 1. Januar 2019 ist er Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF). 2021 hatte er zum ersten Mal das Amt des Bundespräsidenten inne.

Die aufgehende Dezember-Sonne hatte es angekündigt: Wenige Stunden vor der Bundespräsidentenwahl am 10. Dezember 2025 überwältigte die Silhouette die ankommenden Besucher und Teilnehmer der Bundesversammlung in Bern.
Gemeinsamkeiten in der Schweizer Vielfalt und Lösungsbereitschaft
Parmelins Antrittsrede hatte staatsmännisches Format. Er pries zunächst die Vielfalt der Schweiz als Stärke: «Genau diese Vielfalt macht uns einzigartig.» Stärke entstehe aber nicht von selbst, sondern sie entstehe, wenn einander zugehört werde, erklärte Parmelin weiter.
Es sei wichtig, weniger zu moralisieren oder gar «Probleme zu bewirtschaften», sondern man müsse mehr Lösungen zu finden. «Unsere Gesellschaft braucht keine ständigen Werturteile über die Haltung anderer, sondern Respekt vor Andersdenkenden», so Parmelin. Es brauche Nähe, Respekt und die Bereitschaft, einen Schritt aufeinander zuzugehen, über Sprachgrenzen, regionale Unterschiede, persönliche Befindlichkeiten und Parteipolitik hinweg.
Cassis wird Vizepräsident
Das Parlament wählte den Tessiner Freisinnigen und Bundesrat Ignazio Cassis am Mittwoch mit 144 von 190 gültigen Stimmen zum Vizepräsidenten. Wie Parmelin war auch Cassis schon einmal Bundespräsident, nämlich als dessen Nachfolger im Jahr 2022.

Die ersten Gratulanten des neuen Bundespräsidenten: Mitte-Fraktionspräsident Damien Cottier (ganz rechts) und SVP-Fraktionspräsident Thomas Aeschi (Zweiter von rechts)